Nanu, welches Insekt fliegt denn da so auffällig tief im zick zack über den Erdboden? Und warum?

Falls Sie auch schon einmal über diese Frage während eines kleinen Gartenrundgangs im Frühjahr gegrübelt haben, so ist die Erklärung ganz simpel:

Meist sind Hummeln eine der ersten tierischen Gäste in unseren GärtenAnders als bei der Honigbiene, wo immer das ganze Bienenvolk, bestehend aus Königin und Winterbienen, den Winter überleben, sterben bei den Hummeln außer der bereits begatteten Jungkönigin alle anderen Tiere im Herbst ab. Im zeitigen Frühjahr, ab Februar und bei Temperaturen bereits ab 2°C, gehen diese jungen Königinnen auf Nistplatzsuche. Dazu werden Totholzhaufen, Steinspalten und Mäuselöcher gründlich inspiziert, manchmal auch Vogelnester oder gar Hausisolierungen. Manchmal muss sogar die ein oder andere Maus ihr Nest für die kampflustige Hummelkönigin „dicke Berta“ räumen!

Ist der perfekte Platz endlich gefunden, beginnen sie ein neues Hummelvolk zu gründen.

Dabei zehren die Jungköniginnen zunächst noch von Nahrungsvorräten aus dem Vorjahr, den sie in ihrem Honigmagen eingelagert haben. Bald sind die Vorräte allerdings aufgebraucht. Nur um optimal in die Brutsaison starten zu können, ist es wichtig, dass rechtzeitig nektarspendende und pollenreiche Blüten zur Verfügung stehen.

Wir Studenten der „Bienen im Olymp“ haben uns auch für diese Gäste vorbereitet. So stehen bereits drei Hummelnistkästen aus Holz als zweihäusiges System, für unsere jungen Hummelköniginnen seit letztem Jahr 2019 zur Verfügung. In der kommenden Saison wollen wir in Kooperation mit dem Töpferauschuss des Olympiadorfes weitere Hummelnistkästen bauen. Wir haben uns für gut klimatisierte Hummelkugel aus Ton/Keramik entschieden.

Diese Nistkästen sind ideal für die meisten Hummelarten, so können wir auf den Besuch der

dunklen Erdhummel – Bombus terrestris: häufige Hummelart, zwei schmale dunkelgelbe Querbinden auf dem kopfnahen Thorax (Brustbereich, direkt hinter dem Kopf beginnend) und auf dem 2. Tergiten (Rückenplatte des Abdomens (Hinterleib)) mit weiß gefärbtem Hinterleibende),  

der hellen Erdhummel – Bombus lucorum: leicht zu verwechseln mit der dunklen Erdhummel, aber zwei zitronengelbe Querbinden auf dem kopfnahen Thorax (Brustbereich, direkt hinter dem Kopf beginnend) und auf dem 2. Tergiten (Rückenplatte des Abdomens (Hinterleib)) und ebenfalls weiß gefärbter Hinterleibsende) und

der Steinhummel (Bombus lapidarius: die Weibchen sind größtenteils schwarz mit einem auffallend dunkelrot gefärbten Abdomen (Hinterleibende)), aber auch auf andere zahlreiche Arten hoffen.

Schlechtwetterphasen machen unseren heimischen Hummeln stark zu schaffen – es herrscht dann oft Nahrungsmangel. Findet man eine entkräftete Hummelkönigin im Garten oder auf der Terrasse, lässt sich dem Tierchen recht einfach helfen. Ein halber Teelöffel Zucker in lauwarmes Wasser aufgelöst ist meist schon ausreichend.

Wer jetzt im zeitigen Frühjahr einer Hummelkönigin hilft, rettet nicht nur ein einziges Tier, sondern gleich einen ganzen, noch im Entstehen begriffenen Hummelstaat.

Einer entkräfteten Honigbiene ist dahingegen nicht mit Zucker zu helfen. Im hochkomplexen Lebenssystem der Honigbienen sind Bienen, die ihr Lebensende erreicht haben, für den Außendienst (zum Beispiel Nektar sammeln) zuständig. Das hat den Vorteil, dass sie in der Regel außerhalb des Bienenstockes sterben und so keine Krankheiten verbreiten. Da hilft dann leider aber auch kein Zuckerwasser mehr.