Studenten im Olympiazentrum e.V.

Chronik

Vorwort
Diese Chronik ist lückenhaft.

Die Gründer des Vereins erinnern sich oft nur noch ungenau an die damaligen Ereignisse oder sind gar nicht mehr wiederzufinden, die Akten sind nur sehr schwer aufzutreiben. Deshalb bitte ich alle Ehemaligen darum, diese vorläufige Fassung zu ergänzen und richtigzustellen.

Bitte schreiben Sie Ihre Anmerkungen entweder direkt auf den Aushang beim Ehemaligen-Treffen auf die weißen Blätter, oder Sie schicken uns alte Akten und private Fotos zu, vor allem aus der Zeit von 1971 bis 1977. Auf Wunsch schicken wir auch alles wieder an Sie zurück. Außerdem bitten wir Sie, uns Ihre momentane Adresse zu hinterlassen, damit wir wegen weiterer Vereinsforschung auf Sie zurückkommen können.

Schreiben Sie uns auch Artikel, z.B. über die Gründungsgeschichte von Betrieben und Ausschüssen, oder einfach Anekdoten über Ihr damaliges Leben im Dorf und im Verein. Zum 25-jahrigen Vereinsjubiläum planen wir ein richtiges Buch über den Verein, mit Chronik, Fotos und Aufsätzen. Es wäre schön, wenn Sie dazu beitragen könnten, daß dieses Buch alles enthält, was lesens-, sehens- und wissenswert ist, wie sich studentische Wohnkultur im OlyDorf entwickelt hat.

Studenten im Olympiazentrum e.V.
Stichwort: Vereins-Chronik
Helene-Mayer-Ring 9
80809 München

Tel. 089/354 34 76
Fax 089/354 12 38

 

Vorgeschichte

1960
1960 Das Studentenwerk beginnt mit der Planung einer Studentensiedlung auf dem Oberwiesenfeld.
11.1965 Das Studentenwerk beauftragt seine Architekten mit der Planung der Studentenwohnanlage auf dem Oberwiesenfeld: Günther Eckert (Hochhaus und GEZ) und Werner Wirsing (Bungalows) . Die Anlage wird vom Deutschen Studentenwerk in Eigenregie errichtet und betrieben.
31.03.1967 Dem Studentenwerk wird vom Freistaat Bayern das Erbbaurecht für das Grundstück des heutigen Studentendorfes übertragen.
1968 Das letzte Flugzeug startet vom Oberwiesenfeld.
10.1968 Die Architekten des Studentenwerks, Günther Eckert und Werner Wirsing, legen der Olympia- Baugesellschaft ihren Vorentwurf einer Studentensiedlung vor. Das Oly-Dorf in seiner heutigen Form ist auf dem Reißbrett fertig.
07.1969 Die Bauarbeiten für Hochhaus und Bungalows beginnen.
1970
06.1970 Baubeginn des späteren Gemeinschaftszentrums (GEZ) als Zentralrestaurant für die Olympioniken.
16.07.1970 Richtfest Hochhaus.
15.10.1970 Richtfest Flachbereich (=Bungalows).
12.1970 Richtfest Männerdorf (heute Oberdorf).
01.05.1971 Erster Einzug der Studenten in die Wohnanlage Oberwiesenfeld
08.05.1972 Eröffnung der U-Bahn-Station Olympiazentrum
26.8. – 11.9.1972 XX. Olympische Sommerspiele
11.1972 Oktober 1972 Die Dorfbewohner gründen ein Selbstverwaltung – Organisationskomitee (SOK) als kommissarische Selbstverwaltung des Studentenviertels im Olympiadorf Auf ihre Initiative hin wird ein Raum im GEZ zur Krabbelstube. Im Hochhaus (A 19) richtet das SOK eine Cafeteria ein, die im Mai 1975 als Teestube ins GEZ umzieht. Die ersten drei provisorischen Tutorenstellen besetzen Wolfgang Friesdorf, G. Jansen und W. Baumann. Sie erhalten 420,- DM pro Monat.
14.02.1973 Vollversammlung im Kirchenzentrum (die Mensa war bis eineinhalb Jahre nach den Olympischen Spielen durch Umbauarbeiten nicht nutzbar)
01.04.1973 Vier Tutorenstellen (später Präsiden) werden eingerichtet
15.05.1973 Vollversammlung im Kirchenzentrum mit Tutorenwahl
Sommer 1973 Gründung des Filmclubs
November 1973 Im GEZ sind Krabbelstube, Werkstatt, Nähstube, Fernsehräume und ein Fotolabor untergebracht
1974 Gründung des GEZ-Ausschusses
06.03.1974 Einweihung der Mensa. Zugleich Eröffnung einer Cafeteria des Studentenwerks im Nebenraum (heute Tutoria), die Cafeteria wird Ende 1978 geschlossen
18.03.1974 Eröffnung des Lesesaals
Frühjahr 1974 Erste Vorführung des Filmclubs
18.05.1974 Eröffnung der Bierstube

Preise Bierstube

Pils 0.33l 1.- DM
Doppelkorn 2cl 0,80 DM
Apfelkorn 4cl 1.- DM
Helles 0,5l 1,10 DM
Kegeln auf vollautomatischer Kegelbahn 6.- DM

und viele Blau- u. Müdmacher zu günstigen Preisen.

25.06.1974 Studentenwerk und Verein schließen einen Vertrag über den Betrieb einer Bierstube mit Kegelbahn, einer Diskothek und die Mitbenutzung der Toilettenräume im GEZ
16.07.1974 Vollversammlung in der Mensa: Verabschiedung der ersten Vereinssatzung und Wahl der Haussprecher – damals Flur- bzw. Zeilenvertreter genannt
07.11.1974 Eintragung des Vereins in das Vereinsregister des Amtsgerichts. Die ersten Vorsitzenden sind Siegfried Schneeweis, Gerhard Ulhorn, Gerhard Einhäuser. Zehn Tutoren – heute Präsiden – sind im Amt.
WS 1974/75 Es existieren folgende Ausschüsse: Werkstatt, GEZ, Foto, Wirtschaft (später Finanz), Miet- und Härteausschuss, Krabbelstube, Filmclub
05.02.1975 Eröffnung der OlyDisco, zu der auch eine Jugenddisco (samstags 14 – 19 Uhr, ab 14 Jahren) gehört

Preise Olydisco

Eintritt frei
Helles 0,4l 1,20 DM
Mai 1975 Eröffnung der Teestube – später Café CO2
Sommer 1977 Der Arbeitskreis Zeitung plant in Verbindung mit dem Öffentlichkeitsausschuss eine eigene Zeitung für das Olydorf.
Februar 1978 Erster Oly-Fasching findet statt geplant durch den Faschingsausschuss
Dezember 1978 Gründen des Miet- und Ausländerausschusses (MAA)
Ende 1978 Das Bierstuben Lager wird zur Töpferstube umgebaut
April 1979 Die Dorfzeitung wird dorfbladl genannt
1980
1982 Es gibt insgesamt 12 Programmtutoren: Ausländer, Film, Foto, Holz, Metall, Töpfern, Nähstube, Öffentlichkeitsarbeit, Musik und Tanz, Neueinzügler, Koordination (..richtig, das waren jetzt nur elf)
09.02.1982 Auflösung des Energiespar- und Mängelausschusses (EMA)
21.09.1984 Gründung des Töpferausschusses
Dezember 1983 Der Vorstand wird in Präsidium umbenannt, die Vorsitzenden in Gesetzliche Vertreter (GVs)
02.02.1984 Gründung des Gartenarbeitskreises (GAK), im WS wird er in Grünanlagenausschuss (GRAS) umbenannt.
März 1984 Eröffnung des Copyshops
September 1987 Gründung des (höchst inoffiziellen) Bierausschusses, der gegen die hohen Bierpreise in der Bierstube ein Zeichen setzen will.
1990
02.02.1990 Der Öffentlichkeitsausschuss (ÖA) lädt aus Anlass des dorfbladls Nr. 100 zu einem Dorfpresseball in den Partyraum.
Februar 1998 Fasching erwirtschaftet zum ersten Mal keine nennenswerten Gewinne: finanzieller Einbruch, Streichungen im personellen Bereich und im Dienstbereich sind die Folge
Herbst 1999 OlyDisco eröffnet unter neuem Namen und heißt fortan U3 Orange Club, die Öffnungstage wurden deutlich reduziert
2000
Februar 2001 OlympiaLust mit Auftritt der Spider Murphy Gang, die bereits 1979 – damals noch unbekannt – in der OlyDisco auftraten
Oktober 2001 U3 Orange Club wird wieder zur OlyDisco, der ehemalige Vorzeigebetrieb erholt sich dank großen Engagements
Mai 2002 Schließung und Auflösung des Copyshops
Juni 2002 Auszug der Studenten aus dem Olydorf, Einlagerung persönlicher Sachen in Containern auf dem Parkplatz, Auszugs-Koordination durch den Verein
Juli 2002 Olydorf wird auf die Leichtathletik-EM vorbereitet, die Appartements teilrenoviert. Umzug für Härtefälle und 50 Vereinsmitglieder in den G-Bereich. Stacheldrahtzaun umschließt das Athletendorf (Bereich A-F), erhöhte Sicherheitsstufe 30 Jahre nach dem Olympiaattentat
06.-11.08.2002 Leichtathletik-EM in München, die Athleten wohnen im Olydorf, 50 Vereinsmitglieder sind in die Athletenbetreuung eingebunden
15.08.2002 Wiedereinzug der Studenten, bis September ist das Dorf wieder voll belegt
Oktober 2002 Gründung des Betriebs Olynet, der die Administration und Betreuung des Netzwerks übernimmt
Sommer 2002 Große Finanzkriese des Vereins: Schließung des Café Oly. Kürzungen bei allen Beschäftigten, gemeinsamer Kraftakt zeigte Erfolg
Oktober 2003 Wiedereröffnung des Café Oly unter dem Namen CO2 als Ausschuss
04.-07.11.2004 Der Verein feiert sein 30-jähriges Jubiläum unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Christian Ude mit zahlreichen Ehrengästen und ehemaligen Mitgliedern. Erstmalige Vergabe des Ehrenpreises des Vereins für herausragende Leistungen in den vergangenen fünf Jahren an Norbert Müller-Neubauer
Mai 2005 Gründung des Betriebs OlyEvent, der die Werbekonzeption und -koordination des Vereins übernimmt und sich um die interne und externe Kommunikation kümmert
09.06.-09.07.2006 Deutschland im Fußballfieber. In Zusammenarbeit mit dem ZHS organisiert der Verein eine studentische Mini-WM und bietet im Olydorf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für alle Fußballfans.
Juli 2007 Die Hälfte der Studenten muss aus dem Bungalowdorf ausziehen
04.08.2007 Eine Abrissparty eskaliert und führt zu dem größten Polizeieinsatz Münchens seit den Olympischen Spielen `72
August 2007 Abriss und anschließender Wiederaufbau der ersten 400 von rund 800 Bungalows. Die andere Hälfte der Studenten zieht aus
Frühjahr 2008 Abriss der restlichen Bungalows
Oktober 2009 Die ersten Studenten können wieder im Bungalowdorf einziehen, weitere 600 Studenten folgen 2010
2010
2010 OlyLounge/CO2 werden in A19 verlegt für die Umbauphase
2010 Beginn Umbau des GEZ
2010 Umbau Hochhaus
WS 2011/12 Erste Ausgabe der Olympischen Dorfspiele
November 2011 Eröffnung der The O(n)ly Lounge
April 2012 Wiedereinzug der Studenten im Hochhaus
07.01.2016 The O(n)ly wird in OlyLounge umbenannt
17.-18.06.2016 Erste Ausgabe des Copa Connolly
Herbst 2016 Beginn der Kernsanierung der Hangbauten
25.07.2017 Gründung des Kickerausschusses, dazu gehört auch der Tischfußballclub Olydorf, kurz TFC Olydorf
06.09.2017 Eröffnung des Erinnerungsortes für die Opfer des Olympia-Attentats 1972 im Olympiapark oberhalb der Bungalows
März 2018 Beginn der Renovierung der OlyLounge
April 2018 Die ersten Bienen kommen ins Dorf. Tammo von Knoblauch startet das Imkerprojekt „Bienen im Olymp“

 

 

Entwicklung der Mieten

Jahr Hochhaus Bungalow Denkmal-Bungalow Ehepaar-Appartment
1972 120 DM 125 DM 185 DM
1982 174 DM 195 DM 285 DM
1994 312 DM 342 DM 506 DM
2006 245 € 280 € 400 €
2018 320,20 € 319,10 € 339,70 € 596,30 €

 

Nachwort
Mein Dank gilt: den Gründungsmitgliedern Erhard En, Hans Jäger, Helmut Megele, Peter Neugart, Michael Rambaum und Gerhard Ulhorn, dem Mentor der Tutoren, Rainer Kohmann, Günther Utz und Elisabeth Vogg vom Studentenwerk, dem Stadtarchiv München, dem U-Bahn-Referat, sowie Karin Rausch.

München, 2. Juli 1994

Jürgen Haux

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